Nachdem Prof. Dr.Brasse 1912 den Vorsitz übernahm, konnten auch Frauen und Kinder mitwandern. Am 30 September 1865 wurde Brasse in Posdam geboren.

Er besuchte das Gymnasium in Stettin und Berlin und studierte in Halle, Freiburg i. Br. und Berlin. Vorzugweise widmete er sich dem Studium der Geschichte und Erdkunde. Seine Vorbereitungsjahre verbrachte er in Koblenz und Kreuznach; im Jahre 1895 kam er als Oberlehrer an das Gymnasium in M.Gladbach. Hatte er bisher die deutschen Gaue nach allen Richtungen durchwandert, so wurde er jetzt schnell mit der niederrheinschen Landschaft vertraut, die ihm zur zweiten Heimat wurde. In ihren Dienst stellte er fortan seine reichen geschichtlichen und geographischen Kenntnisse. Nach stark zehnjährigem Aufenthalt in M.Gladbach konnte er sein Buch "Wanderungen durch M.Gladbachs nähere und weitere Umgebung" erscheinen lassen. Nach jahrelanger, mühevoller Arbeit folgte im Jahre 1914 der 1. Band seiner " Geschichte der Stadt und der Abtei Gladbach". In dem Vorwort zu diesem seinem Lebenswerk, dessen Fertigstellung ihn bis zu seinem Ende beschäftigte, sagt er : "Die Liebe zur Heimat war neben der Liebe zur Wahrheit die Triebfeder bei Abfassung des Werkes". Im Jahre 1922 erschien der 2. Band, 1914 der 1. Urkundenband, dem der zweite bald folgte. Neben dieser eifrigen literarischen Tätigkeit im Dienste unserer Stadt pflegte und förderte Brasse in seinen freien Stunden Heimatsinn und Freude am Wandern durch Ausflüge und Führungen in die Umgebung. Der zu seiner Ehre benannte "Ernst-Brasse-Weg", der von Butzen durch den Hardter Wald über Rickelrath, an Mühlen vorbei nach Rheindahlen führte, ist leider nur noch an wenigen Stellen vorhanden. Möge dieser Führer in den weitesten Kreisen Brasses Andenken wachhalten und ein Ansporn werden für viele.

Der neue Vorsitzende, Prof. Brasse empfing 1912 von der Stadt ein Sparkassenbuch 17063 der alten Ortsgruppe in Höhe von 41,46 Mark. Neues Leben blühte.

Die Mönchengladbacher Ortsgruppe freut sich, endlich einmal Licht in ihre Vergangenheit gebracht zu haben und verbindet damit die Aufforderung an alle, alles zu sammeln und aufzubewahren, was für die Geschichte einer Ortsgruppe von Bedeutung ist.

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